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foodwatch Porridge-Check

Was steckt hinter der Ballaststoff-Bewerbung?

Porridges sind oft weniger ballaststoffreich www.barrierefrei-beratung.at | foto freepik
Porridges sind oft weniger ballaststoffreich www.barrierefrei-beratung.at | foto freepik

Porridges sind oft weniger ballaststoffreich als normale Haferflocken, aber deutlich teurer

foodwatch Österreich hat die Ballaststoff-Bewerbung bei Porridges unter die Lupe genommen und den Preisvergleich gemacht. Fazit: Bei Fertig-Mischungen aus dem Supermarkt zahlen Konsument*innen um ein Vielfaches mehr im Vergleich zu einem selbst gemachten Porridge. Der Ballaststoff-Gehalt, der auf vielen Fertigpackungen extra hervorgehoben wird, ist dabei kaum höher als bei herkömmlichen Hafeflocken. Oft liegt er sogar deutlich drunter.

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Spitzenreiter im Preisvergleich (Sept/Okt 2023) ist Dr. Oetker mit seiner Vitalis Porridge-Mischung „Apfel-Zimt“. Für das Portionssackerl zahlt man derzeit im Supermarkt meist stolze 1,19 € bis 1,29 €. Beworben wird das Produkt als „Ballaststoffquelle“. Beim Ballaststoffgehalt wurde jedoch mit Maisfasern nachgeholfen. Dieser Porridge enthält auch einen hohen Zuckeranteil.

foodwatch hat den Test gemacht und Apfel-Zimt-Porridge selbst hergestellt: Eine Portion à 50 Gramm kommt auf, je nachdem, ob Bio- oder konventionelle Zutaten verwendet werden, 16 bzw. 26 Cent.

Wollen Hersteller mit Hinweisen wie „Ballaststoffquelle“, „Hoher Ballaststoffgehalt“ oder „reich an Ballaststoffen“ werben, müssen die Produkte per EU-Verordnung einen Mindest-Ballaststoffgehalt aufweisen. „Ballaststoffquelle“ erfordert einen Ballaststoffgehalt von mindestens 3 Gramm/100 Gramm, „Hoher Ballaststoffgehalt“ muss jedenfalls 6 Gramm/100 Gramm aufweisen.

Geregelt ist das über die EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmitteln, kurz EU-Claims-Verordnung. Das Problem: Mit diesen Begriffen dürfen auch unausgewogen Produkte beworben werden. Selbst Chips oder Kekse dürfen mit „Ballaststoffquelle“ beworben werden. Hersteller können ihrem Produkt so einen vermeintlich gesunden Anstrich verpassen.

foodwatch fordert seit Jahren mehr Transparenz bei der Nährwertkennzeichnung. Für Konsument*innen kann leicht der Eindruck entstehen, die mit „Ballaststoffquelle“ beworbenen Produkte wären besser als jene, die nicht extra darauf hinweisen. Dabei sagen diese Bewerbungen nichts über die gesamte Nährstoffzusammensetzung aus. Fertig-Porridges können zum Beispiel auch sehr stark zuckerhaltig sein, etwa, wenn mit Dattelsirup nachgeholfen wurde.

Heidi Porstner, Leiterin von foodwatch Österreich: „Es braucht eine klare Regelung auf EU-Ebene, damit nährwertbezogene Hervorhebungen nur mehr auf wirklich ausgewogenen Lebensmitteln angebracht werden dürfen. foodwatch fordert zudem ein System zur Nährwertkennzeichnung, das für Konsument*innen leicht verständlich und auf einen Blick erfassbar ist. Der Nutri-Score wäre für Konsument*innen eine klare Orientierungshilfe. Er wirft die relevanten Nährstoffe in die Waagschale und gibt auf einen Blick Auskunft über die Gesamtzusammensetzung des Lebensmittels.“

Rückfragen & Kontakt:

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