Start Gesundheit COVID-19 noch nicht vergessen

COVID-19 noch nicht vergessen

Auch wenn es niemand mehr hören kann: COVID-19 ist immer noch da.

COVID-19 immer noch lebensgefährlich www.barriefrei-beratung.at | foto freepik
COVID-19 immer noch lebensgefährlich www.barriefrei-beratung.at | foto freepik

Wien. Auch wenn es niemand mehr hören kann: COVID-19 ist immer noch da. So manches Fieber mit Erkältungssymptomen kann eine SARS-CoV-2-Infektion sein. Meist geht sie glimpflich aus, aber nicht immer. Die gemeldeten stationären Aufnahmen im SARI-Dashboard des letzten Quartals 2023 zeigen, dass – jahreszeitbedingt – zunehmend mehr Menschen aufgrund von COVID-19 im Spital behandelt werden müssen. 2022 sind trotz vorhandener Impfmöglichkeit immer noch tausende Menschen an COVID-19 gestorben. Daher ist es gerade für Risikogruppen wie Menschen über 60 oder Personen mit chronischen Erkrankungen wichtig, sich jetzt boostern zu lassen, um so das Risiko eines schweren Verlaufs in diesem Winter zu reduzieren.Im Gegensatz zu früher ist keine dreiteilige Grundimmunisierung mehr nötig, da bei fast allen Personen eine Grundimmunität, entweder durch vorangegangene Impfungen oder Erkrankungen, bereits vorhanden ist.

- Werbung -
Schwab Küchen

Mehr als 6.000 Todesfälle 2022 – das Risiko eines schweren Verlaufs lässt sich durch eine Booster-Impfung deutlich reduzieren. Dr. Michael Meilinger, MBA, Oberarzt an der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie, Klinik Floridsdorf: „Das Risiko für einen schweren Verlauf kann man durch einen aufrechten Impfschutz sehr gut minimieren – auch bei vorerkrankten Personen.“

[1] Das SARI-Dashboard, in dem die stationären Aufnahmen in österreichischen Krankenanstalten mit Schweren Akuten Respiratorischen Infektionen (SARI) dargestellt sind, zeigte im letzten Quartal 2023 einen kontinuierlichen Anstieg der COVID-19-bedingten Aufnahmen. [2] Regionale Trends sieht man immmer wieder auch anhand Abwassermonitoring.

COVID-19 – dritthäufigste Todesursache 2022

Wie gefährlich COVID-19 immer noch sein kann, zeigen Daten der Statistik Austria. Auch 2022, im dritten Jahr der COVID-19-Pandemie, starben insgesamt nach wie vor mehr Menschen in Österreich als vor Corona. [3] Knapp sieben Prozent, das sind exakt 6.316 Personen, sind 2022 an COVID-19 verstorben. Die Infektionserkrankung war somit die dritthäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Gestorben sind vor allem Menschen in höherem Alter, Männer etwas häufiger als Frauen.

Bemerkenswert ist, dass 2022 außerdem noch 1.739 Personen mit COVID-19 als Begleiterkrankung verstorben sind. Das bedeutet, dass COVID-19 zwar nicht die Todesursache war, den Tod aber beschleunigt hat. Dies war vor allem bei Menschen mit Krebserkrankungen und chronischen Herzkrankheiten der Fall.

Impfung reduziert Risiko für schweren Verlauf

Im Österreichischen Impfplan wird ausdrücklich hervorgehoben, dass die COVID-19-Erkrankung bei Geimpften „in der Regel kürzer und milder verläuft und Komplikationen wie Spitalsaufenthalte und Todesfälle weitgehend vermieden werden können“. Ebenfalls von hoher Relevanz: Die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, Long COVID zu entwickeln, bei geimpften Personen niedriger ist. [4] Aus beiden Gründen ist bei Personen aus Risikogruppen und älteren Menschen eine regelmäßige Auffrischung notwendig. [5]

„Im Gegensatz zu früher ist keine dreiteilige Grundimmunisierung mehr nötig, da bei fast allen Personen eine Grundimmunität, entweder durch vorangegangene Impfungen oder Erkrankungen, bereits vorhanden ist“, erläutert Meilinger. „Eine einmalige Impfung ist ausreichend.“ Ganz besonders wichtig ist der Booster, der nun gegen die Variante XBB gerichtet ist, für Personen ab 60 Jahren (auch ohne zusätzliche Risikofaktoren), Schwangere, Personen mit Trisomie 21, Personen mit Grunderkrankungen, Krebs, Immundefekten oder Übergewicht sowie für Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen betreut werden. [5]

.

Um das Wissen rund um die COVID-19-Impfung und die Durchimpfungsrate zu erhöhen, hat der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) die Kampagne „Gemma Boostern“ ins Leben gerufen. Herzstück ist die Website https://gemmaboostern.at/. Neben Informationen zum Booster findet man dort auch weiterführende Links für das jeweilige Bundesland.

Die Booster-Impfung wird vor allem von niedergelassenen Ärzt:innen durchgeführt. Eine Übersicht über die aktuellen Impfangebote gibt es auf der Website des Sozialministeriums unter

Link gesamter Artikel


[1] https://www.sari-dashboard.at/, zuletzt abgerufen am 9. November 2023.

[2] https://abwassermonitoring.at/dashboard/, zuletzt abgerufen am 9. November 2023.

[3] Statistik Austria, Pressemitteilung: 13 026-054/23 – Weniger Coronatote als in den Vorjahren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs häufigste Todesursachen im Jahr 2022, abrufbar unter . Zuletzt abgerufen am 9. November 2023

[4] Byambasuren O, Stehlik P, Clark J, Alcorn K, Glasziou P. Effect of covid-19 vaccination on long covid: systematic review. BMJ Med. 2023 Feb 1;2(1):e000385. doi: 10.1136/bmjmed-2022-000385. PMID: 36936268; PMCID: PMC9978692.

[5] BMSGPK, Impfplan Österreich 2023/2024, Version 1.0 vom 05.09.2023.